Livestream aus Tokio
Katz und Yokosonews berichten Live aus Tokio von der aktuellen Lage nach dem Erdbeeben & Tsunami:
http://www.ustream.tv/channel/yokosonews
Besonders relevant für Europa ist natürlich die Situation um die Atomreaktoren, auch hierzu gibt es in unregelmäßigen Abstanden Updates im obigen Stream.
Zentrale Serverlösung für Kärntens Gemeinden geplant
Gemeindereferent Josef Martinz zeigte sich nach dem Beschluss der Generalversammlung des Gemeindeinformatikzentrums in Klagenfurt euphorisch und sprach von einem „Meilenstein für die Verwaltungsreform“ und bezeichnete das Vorhaben als „österreichweit einzigartiges Projekt“. Auch Landeshauptmann Gerhard Dörfler ist zuversichtlich: „Von dieser intensiven Kooperation zwischen Land, Städten und Gemeinden sowie anderer Verwaltungseinheiten werden alle Beteiligten massiv profitieren“.
Konkret sollen alle 132 Gemeinden vom Land einen gemeinsamen Server (ob es sich hierbei tatsächlich um einen einzelnen Server oder doch um mehrere entsprechend vernetzte Geräte handelt geht aus dem mir vorliegenden Zeitungsartikel nicht hervor) erhalten. Hierüber sollen in Zukunft alle Informationen und Dienstleistungen der jeweiligen Gemeinden abrufbar sein – heute werden diese Onlineangebote noch lokal von den jeweiligen Gemeinden bzw. ihren Beauftragten verwaltet. Man verspricht sich davon nicht nur eine Kostenersparnis sowie eine arbeitsmäßige Entlastund der Gemeinden, sondern auch Leistungssteigerungen.
Eben diese Leistungssteigerung halte ich für äußerst unwahrscheinlich. Sollte man tatsächlich alle Internetauftritte von Kärntens Gemeinden auf einen einzelnen Server verlagern wollen, wird dieser wohl kaum auch nur annähernd die Leistung eines vergleichbaren Rechners aufweisen können, welcher nur eine einzelne Gemeindewebsite gespeichert hat. Ich nehme an dass letzlich wohl eine zwar zentrale, aber komplexere Serverlösung zum Einsatz kommen wird. Auch gehe ich von einer Umgestaltung der einzelnes Homepages und Vereinheitlichung zu einer einzelnen, größeren Plattform mit einheitlichem Design usw. aus. Dies könnte unter Umständen den Traffic senken und eine höhere Verfügbarkeit erreichen. Egal auf welche weise das Projekt letztlich realisiert werden soll, es birgt in jedem Fall eine Reihe von Problemen:
- Designänderungen werden es Bürgern zumindest in der Anfangsphase erschweren, sich auf der Seite zurecht zu finden
- Langfristig ist mit bedeutenden Trafficsteigerungen zu rechnen, da für mehr und mehr Menschen das Internet zur ersten Anlaufstelle bei der Informationsbeschaffung wird
- Technische Probleme jeglicher Art betreffen unmittelbar mehrere oder gar alle Gemeinden
- Sicherheitslücken im System betreffen ebenso mehrere oder alle Gemeinden
- Einzelner Server wird kaum ausreichen, viele Server sind dafür aufwändiger in Betrieb zu nehmen und zu warten
Meiner Ansicht nach gibt es zwei Varianten, dieses Großprojekt zu realisieren: Einerseits kann man versuchen, es fachlich so einwandfrei wie möglich zu realisieren. Dazu wird man viele qualifizierte Experten brauchen, welche die Serverlösung aufsetzen, sichern, verwalten und in Stand halten. Ob dies wirklich eine Kostenersparnis mit sich bringt, wage ich zu bezweifeln. Andererseits könnte man sich dafür entscheiden, eine Diskont-Lösung aufzubauen – frei von fachlichem Know-how und ohne Rücksicht auf Verluste und Risiken. Dies würde über kurz oder lang selbstredend zu Schwierigkeiten führen. Um solche Schwierigkeiten wird man sich auf Dauer ebenfalls wieder kümmern müssen, was wiederum Geld kosten wird.
Ich schreibe diesen Bericht jedoch nur auf Grundlage eines Artikels in einer Tageszeitung, mir liegen hierzu keine internen Daten und Kalkulationen des Informatik-Zentrums vor. Ich will optimistisch bleiben und nicht gänzlich ausschließen, dass meine Kollegen tatsächlich wissen, was sie tun.
Quelle:
http://www.kleinezeitung.at/kaernten/2663128/ein-server-fuer-alle-gemeinden.story
Ägyptens Regime
Hierzulande wird nur sehr selten über die de facto Diktatur im beliebten Urlaubsland Ägypten berichtet. Die derzeitgen Zustände zwingen nun allerdings sogar unsere Massenmedien dazu, zumindest ein paar Worte über das Thema zu verlieren.
Der politische Aktivismus im Land ist dabei ein für die Regierung bedrohliches Ausmaß anzunehmen. Um diesen freiheitsliebenden Strömungen entgegenzuwirken und die Organisation von Protesten und Demonstrationen zu verhindern hat man kurzerhand den Zugang zum Internet sowie die Mobilfunknutzung für die gesamte Bevölkerung gesperrt. Das Ereignis ist bisher einmalig in der Geschichte des Internets, und natürlich nur möglich da die Internet Service Provider des Landes sich nicht dagegen gewehrt haben. „Noor Data Networks“ sei derzeit der einzige Provider , über den noch Zugang zum Internet bestünde, Handydienstanbieter sollen dagegen zur Gänze mit der Regierungsforderung kooperiert haben. Aufgrund dessen gibt es derzeit auch Bestrebungen, mittels die Kommunikation untereinander sowie zur Außenwelt mittels Amateurfunk wieder aufzubauen.
Die Aktivisten fordern dagegen neben einer allgemeinen Veränderung des politischen Systems und einer Verbesserung der Menschenrechtssituation vor allem auch den Rücktritts (bzw. die Entmachtung) des seit den frühen 80er Jahren herrschenden Muhammad Husni Mubarak. Dieser soll aufgrund seines Alters auch bereits die Übergabe seiner Position als „Staatspräsident“ an einen seiner beiden Söhne geplant haben, was angesichts der aktuellen Spannungssituation jedoch immer unwahrscheinlicher erscheint.
Die derzeit so intensiv agierende Protestbewegung ist wohl auch durch die Ereignisse um Tunesiens damaligen Staatschef Zine el-Abidine Ben Ali inspiriert, welcher aufgrund ähnlicher Straßenproteste Mitte Jänner ins Ausland geflohen ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Demonstranten in Ägypten ähnlich erfolgreich sein werden.
Quellen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,741584,00.html
http://www.bild.de/BILD/digital/telegramm-digital/telegramm-digital,rendertext=15729156.html
http://www.blogigo.de/gedanken_oder_fragen/Aegypten-laesst-boeses-Internet-abschalten/1663/
Die Polizei und ihre EDV
Vor kurzem berichteten österreichische Tageszeitungen von kuriosen Geschichten rund um die hiesige Polizei und ihren derzeitigen Schwierigkeiten mit der hauseigenen IT. Ein jugendlicher „Hacker“ bereitete den Beamten ebenso Probleme wie eine neue Software zur Protokollierung polizeilicher Tätigkeiten.
Scoal Engineering 101
Ein 15-jähriger Schulabbrecher erhielt durch einen simplen Telefonanruf unter falschem Namen durch sog. Passwortrückstellung gültige Zugangsdaten zu Wiens polizeiinternen Rechnern. Dort soll er zwar vertrauliche E-Mails oder Dokumente gelesen, jedoch anderweitig keinen Schaden angerichtet haben. Der Arbeitslose Wiener scheint ein reges Interesse an der Polizeiarbeit zu hegen und im Freundeskreis mit seinen Fähigkeiten als Ermittler geprahlt zu haben. Übrigens lebt der Junge im selben Gemeindebau, in dem auch eine Polizeiinspektion stationiert ist.
Never touch a running system
Heutzutage wird duch ein Software-Update nicht selten alles nur noch schlimmer. Dies scheint nun auch bei der neuen „Elektronischen Dienst-Dokumentation“ der Polizei der Fall zu sein. Polizisten klagen über zeitaufwändigere und kompliziertere Handhabung, sowie den Umstand, dass bestimmte polizeiliche Tätigkeiten im Computerprogramm nicht mehr vorgesehen sind. Letzteres führe daher dazu, dass man um Rat suchende Menschen wegschicken müsse, da sich ein derartiger Bürgerservice nicht mehr verbuchen lasse. Einigen der Programmänderungen gehen jedoch aus strengeren Datenschutzrichtlinien hervor.
Meine Meinung dazu
Grundsätzlichen klingen solche Berichte für mich nach einer Reihe von Anfängerfehlern, die in einem sensiblen Arbeitsgebiet wie dem der Polizei eigentlich nicht vorkommen dürften. Es dürfen weder Zugansdaten noch die Initiierung eienr Passwortrückstellung ohne Feststellung der entsprechenden Identität der anfragenden Person geschehen. Dass es dem 15-Jährigen dennoch mit Hilfe eines Telefonanrufs (aller Wahrscheinlichkeit nach mit seinem Privattelefon und der dazugehörigen Nummer) dennoch gelungen ist, Zugangsdaten zu erhalten lässt leider auf recht unprofessionelles Verhalten der Verantwortlichen rückschließen.
Die neue EDD-Software hätte sicherlich praxisnäher und in ständigen Kontakt, unter regelmäßiger Rücksprache mit den Polizeibeamten stattfinden sollen (wie es im Bereich der Individualsoftwareentwicklung üblich ist). Dadurch hätten die oben beschrieben Probleme und Schwierigkeiten sicherlich minimiert werden können. Eine gewisse Einarbeitungszeit ist in der Anfangsphase eines neuen Verwaltungsprogramms allerdings normal und sollte sich mit der Zeit wieder legen. Diesen Lernprozess kann man mit gezielten Schulungen jedoch noch verbessern bzw. beschleunigen (ich habe keine Informationen darüber ob dies in ausreichender Form geschehen ist).
Ich gehe trotz allem davon aus, dass es sich bei den erwähnten Vorfällen um Ausnahmen handelt und normalerweise kompetenter gearbeitet wird. Dennoch wären diese Probleme einfach zu verhindern gewesen, hätte man sich an gewisse Standards der IT Arbeit gehalten.
http://www.krone.at/Kaernten/Polizei_kaempft_mit_neuem_Programm_am_Computer-EDD-Story-239516
Willkommen
Mit diesem ersten Blogpost möchte ich alle Leser begrüßen und herzlichen willkommen heißen. Der Blog ist aus meiner früheren Website zamilog.eu hervorgegangen und wird genau wie diese über verschiedene Themen, hauptsächlich aus den Bereichen Gesellschaft & Politik, Theologie & Religion sowie Informatik & IT berichten.